Gefühle vs. Verstand?

Deine Gefühle und dein Verstand liegen sehr oft im Clinch miteinander. Das Herz zieht dich in eine Richtung, der Verstand reagiert mit (überzogener) Vorsicht. Oder du triffst eine rationelle Entscheidung und hast kaum ein Empfinden dazu.

Kennst du diese Entscheidungen, die dich nicht wirklich glücklich gemacht haben obwohl sie rational richtig waren? Viele Menschen haben das Gefühl, bei rationalen Entscheidungen etwas zu vermissen. Wenn bei einer rein rationell getroffenen Entscheidung, nachdem sämtliche Vor- und Nachteile abgewogen wurden, etwas fehlt – was kann dies sein? Ich denke es sind die passenden Gefühle. Die Berücksichtigung von Wünschen und/oder Sehnsüchten, die wir in uns tragen.

Wünsche und Sehnsüchte

Wünsche und Sehnsüchte sind grundsätzlich mit Gefühlen verbunden. Dies kannst du in einem kurzen „in den Körper hinein spüren“ feststellen. Regt sich etwas, wenn du an einen Wunsch oder eine Sehnsucht denkst? Ich bin mir sicher, dass sich ein Gefühl irgendwo im Körper feststellen lässt. Bei manchen schaltet sich umgehend der Kopf ein: „Ja, aber…“ Das ist nicht ungewöhnlich, stehen die beiden im stetigen Widerspruch. Sagt der Verstand zu etwas JA, kommt es nicht selten vor, dass wir ein beklemmendes Gefühl wahrnehmen. Umgekehrt hüpft das Herz bei einer Vorstellung, uns überrennen die Gefühle und vom Kopf kommt das bekannte „Ja, aber…“

Leicht zu beobachten ist dieser Umstand wenn du Wut oder Ärger verspürst, beispielsweise in einem Streit. Später tut es dir oft Leid und du entschuldigst dich: „das habe ich nicht so gemeint“.

Oder in einer Stresssituationen – du wirst von Gefühlen so überrannt, dass ein rein rationelles nachdenken, ob die Situation wirklich so ernst ist oder nicht, gar nicht möglich ist. Zuerst wird die Flucht ergriffen. Das hat evolutionäre Hintergründe.

Um zu erkennen wieso das so ist, müssen wir uns Gefühle und Verstand etwas näher anschauen.

Gefühle und Emotionen

Werden diese beiden in der Umgangssprache sehr oft für das gleiche verwendet, handelt es sich aus meiner Sicht doch um zwei unterschiedliche, oft zusammenhängende Empfindungen.

Gefühle können bewusst wahrgenommen werden. Sie sind meist von kurzer Dauer und „verfliegen“ bald wieder. In der Regel reagieren Gefühle auf Wahrnehmungen aus dem Umfeld, aber auch auf Gedanken. Denke an einen warmen Sommertag an dem du auf der Terrasse entspannt sitzt. Sicher spürst du gerade etwas wohltuendes in deinem Körper. Sobald du nun an etwas anderes denkst, ist dieses Gefühl schon wieder weg.

Unterschiedliche Reiz – Reaktionsmuster können ein Gefühl bei Übereinstimmung in eine Emotion umwandeln. Emotionen sind von längerer Dauer und entstehen durch eben diese Reiz – Reaktionsmuster in der Regel unbewusst. Ursache hierfür sind im Unterbewusstsein abgespeicherte Konditionierungen. Da ist es etwas schwieriger gleich wieder raus zu kommen.

Der Verstand

Er steht für die Intelligenz und übernimmt das langfristige planen und handeln. Der Verstand vergleicht verschiedene Aspekte, wiegt Vor- und Nachteile ab, entwickelt Ansichten und Theorien und macht dir Konsequenzen bewusst. Mit dem Verstand kannst du mit Zahlen/Daten/Fakten umgehen und Prozesse/Strukturen verarbeiten. Du triffst Pro/Contra – Entscheidungen und er schützt dich vor Unversehrtheit. Unruhe, Ängstlichkeit und Kontrolle sind einige der Nachteile, die der Verstand mit sich bringt.

Die gesamte Planung und Umsetzung läuft über den Verstand. Daher sollte er in sämtliche Prozesse eingebunden werden, auch wenn du in vielen Situationen lieber nur deinem Herzen folgen möchtest. Dem Verstand Gehör zu verschaffen fällt wesentlich leichter da du in der gesamten Erziehung und Bildung darauf getrimmt wurdest.

Die Waage halten

Aus diesen Betrachtungen erkennst du, dass weder nur der Verstand / die Logik, noch nur die Gefühle dich weiter bringen. Erfolgreiche Entscheidungen beruhen immer auf der Berücksichtigung beider, sie sind nicht zu voreilig getroffen. Komplexe Situationen sind erfasst, für die Zukunft überdacht und in dir brennt die Leidenschaft und das Strohfeuer für die neue Aufgabe.

Triff die Entscheidungen, die vor dir stehen bedacht und überdacht. Vermeide es, wenn möglich, deine Gefühle und Emotionen hier außen vor zu lassen.

Triff keine rein rationelle Entscheidungen. Diese führen eher selten zum Erfolg. Dir fehlt hier die Leidenschaft, die dich animiert dein Ziel wirklich verfolgen und erreichen zu wollen.

Triff keine rein emotionale Entscheidungen. Diese führen in vielen Fällen zu Schwierigkeiten und Hürden auf dem Weg zu deinem persönlichen Ziel.