Wahrnehmung und Realität

Ein Ereignis – unterschiedliche Aussagen dazu! Wie oft sehen wir so etwas wenn wir die Berichterstattungen der Medien aufmerksam verfolgen? Gibt es hier eine unterschiedliche Wahrnehmung?

Viele werden sich darüber keine weiteren Gedanken machen. Als Holistic Coach ist es für mich und meine Arbeit umso wichtiger unterschiedliche Aspekte neutral betrachten zu können und die dahinter liegende Information zu erkennen. Die Erklärung für diese Phänomene ist schon fast so simpel, dass man erst mal keinen Gedanken daran verschwendet.

Wahrnehmung über die Sinne

Die Wahrnehmung erfolgt über deine Sinne: sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Sämtliche, über diese Sinne aufgenommenen Eindrücke, werden im Gehirn vor der Verarbeitung durch einen Filter geschickt. Dieser Filter vergleicht innerhalb kürzester Zeit ob zu einem Erlebnis bereits eine Erfahrung abgespeichert ist. Je nachdem wie du diese „Ersterfahrung“ – gut oder schlecht für dich – abgespeichert hast, wird die neue Erfahrung automatisch zugeordnet.

Obwohl du dich im Leben einer dauerhaften Wandlung unterziehst, werden die alten Denk- und Emotionsmuster nicht überschrieben. Im Gegenteil, sie werden durch diese neuen Informationen verstärkt. Besonders bei negativen Gefühlen kannst du beobachten, wie sich das Problem durch innere Wiederholungen stetig vergrößert. Bist du wieder mal in einer dir bekannten oder ähnlichen Situation, fokussiert sich deine Wahrnehmung auf bereits konditioniertes – der Rest wird ausgefiltert. Es entsteht der bekannte Tunnelblick. Im Alltag wird dazu oft gesagt: „Wenn etwas kommt, dann alles auf einmal.“

Ein gutes Beispiel hierfür wäre der Umgang mit Haustieren. Hat eine Person als Kind eine schlechte Erfahrung mit einem Hund gemacht, wird sie – sobald sie einen Hund sieht – in Stress versetzt, der sich bis zu starker Angst oder Panik steigern kann. Auch wenn diese Person rein rationell weiß, dass nicht alle Hunde böse sind! Nun sehe ich es nicht als Aufgabe die Angst vor Hunden zu nehmen. Als wichtiger betrachte ich, die Person situationsbedingt in einen neutralen Wahlzustand zu versetzen. Erst in diesem Wahlzustand kann sie frei auf die Situation zugehen. Sieht sie einen Hund, der Schwanz wedelnd auf sie zu läuft kann sie davon ausgehen, dass dieser Hund wahrscheinlich freundlich gesinnt ist. Steht ihr jedoch einer mit aufgestellten Nackenhaaren und Zähne fletschend gegenüber, sollte sie mit größter Vorsicht das weitere Verhalten des Tieres beobachten und versuchen Abstand zu gewinnen.

Der 6. Sinn

In jüngerer Vergangenheit wird vermehrt von einer Wahrnehmung gesprochen, die un- und unterbewusst geschieht. Dieser 6. Sinn wird im allgemeinen nicht den menschlichen Sinnesorganen zugeordnet, daher auch die Bezeichnung „außersinnlich“. Möglicherweise ist dieser Sinn derjenige, der dein Leben im wesentlichen steuert. Dadurch, dass er direkt in dein Unterbewusstsein dringt, hast du wenig Einfluss auf die Folgen des Inputs. Wieso dies der Fall ist, habe ich in einem früheren Beitrag beschrieben.

Wie dieser 6. Sinn entsteht und wo das entsprechende Sinnesorgan dazu sitzt, ist bis heute nicht geklärt. Bekannt ist lediglich der Umstand, dass viele Menschen einen Bezug dazu haben. Sind es Zwillinge, die über weite Entfernungen spüren, wie es dem Zwilling gerade geht oder die Mutter / Kind – Beziehung sind hier nur als zwei Beispiele zu nennen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass dieser 6. Sinn viel mit dem Herzen zu tun hat. Mitllerweile wird in diesem Bereich, außerhalb der medizinischen Kardiologie, die Funktion des Herzens verstärkt erforscht. Ein Buch, das sich mit diesem Thema befasst und meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist, ist Heartness von Melanie Grimm.

Selektive Wahrnehmung

Die Wahrnehmung ist auch sehr stark von der eigenen Ausrichtung abhängig. Kennst du das auch? Gerade ein neues Auto gekauft oder du stehst kurz davor ein Auto zu kaufen und siehst im Straßenverkehr vermehrt dieses bestimmte Auto? Durch die Beschäftigung mit dem Thema Autokauf, speziell diesem Modell, hat sich deine Aufmerksamkeit auf unterbewusster Ebene genau auf dieses Modell fokussiert. Das Stammhirn filtert die aktuell uninteressanten Sinneseindrücke (die anderen Autos) aus und lässt nur die momentan wichtige Information ins Bewusstsein durchdringen. Dieses psychologische Phänomen soll dich vor einer Überbelastung, es sind immerhin 40.000.000 Bits/Sekunde an Informationsinput, schützen.

Mit dem Bewusstsein der selektiven Wahrnehmung und dass diese von deiner eigenen Ausrichtung abhängig ist, kannst du dir einige Erleichterungen im Alltag verschaffen. Das erreichst du über Autosuggestion. Emil Coué, ein französischer Apotheker, formulierte dies in dem Satz „Energie folgt der Aufmerksamkeit“. Durch Beobachtungen stellte er fest, dass von ihm überreichte Medizin besser wirkte, sobald er dem Patienten aufmunternde Worte mitgab.

Deine Wahrnehmung und die Realität

All dies greift aktiv in deine Wahrnehmung ein. Sind dies bewusste oder unbewusste Wahrnehmungen – gemeinsam erschaffen sie dir das Bild deiner Realität. Daher wirst du oft ein anderes Bild einer Situation haben, als jemand der direkt neben dir gestanden ist und die gleiche Situation beobachtet hat. Deine eigenen unbewussten Filter, durch die du die Informationen aufgenommen hast, haben dir dein eigenes Bild der Situation geschaffen. Deine ganzen Prägungen des bisherigen Lebens haben ihren Teil dazu beigetragen, deine Realität sich so darstellen zu lassen, wie du sie eben empfindest.

Die Frage ob es die eine allgemein gültige Realität gibt, soll hier nicht Bestandteil sein. Das sehe ich eher als ein Thema für Philosophen.

In der Geschichtenerzählung finden wir dazu ein hoch interessantes Beispiel:

Krösus, König von Lydien, befragte das Orakel von Delphi in Bezug auf einen Feldzug gegen die Perser.  „Wenn du den Grenzfluss Halys überschreitest“, prophezeite das Orakel, „wirst du ein mächtiges Reich zerstören.“ Begeistert von dieser Aussage und seinem Gedanken dass Persien das mächtigste Reich sei, bereitete Krösus den Krieg vor. Das Orakel hatte ihm praktisch garantiert, siegreich aus der Schlacht hervorzugehen. Krösus zog siegesgewiss und hochmütig in den Kampf – und verlor. Krösus war von einem starken Wunsch geprägt, seine Feinde zu besiegen. Er hat durch seine selektive Wahrnehmung keine Eventualitäten in Betracht gezogen. Bei der Befragung des Orakels hörte er nur das, was er hören wollte. Was er überhörte oder sogar ignorierte, war, welches Reich das Orakel mit der Prophezeiung meinte. Schlußendlich hatte er sein eigenes Königreich zerstört.

 

Achte auf deine Ausrichtung der Gedanken. Dementsprechend wird sich auch deine Wahrnehmung neu ausrichten. Bist du auf Erfolg ausgerichtet, gibst du ihm die Möglichkeit, sich einzustellen.

Hast du jedoch Glaubenssätze oder Ängste, die dich davon abhalten, wird es mit dem Erfolg vermutlich nicht klappen. Diese erkennen und lösen macht dir den Weg zum Erfolg wieder frei.